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FF Altenberg hat Defibrillator

Erstellt von FF Altenberg am 23. Februar 2014

Die FF Altenberg hat von Firma Friedrich Immobilien einen Defibrillator gespendet bekommen, dieser ist nun in unserem TLFA2000 stationiert. Herzlichen Dank für diese Spende, die Leben retten kann!

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Wissenswertes rund um den Maibaum

Erstellt von FF Altenberg am 25. Mai 2011

Die Freiwillige Feuerwehr stellt alljährlich einen Maibaum auf. Doch was steckt hinter dieser Tradition und wie ist ihr Ursprung? Wir haben recherchiert und für Sie die interessantesten Informationen zusammengefasst.

 

·         Was ist ein Maibaum?

 

Das Aufstellen eines Maibaumes folgt einem seit dem 13. Jahrhundert  nachweisbaren Brauchtum. Der Maibaum steht ursprünglich für Segen und Fruchtbarkeit und wurde im Laufe der Geschichte zu zahlreichen anderen  Zwecken aufgestellt.

Warum kein „lebender“ Baum für dieses alljährliche Brauchtum verwendet wird, liegt daran, dass der Baum „mit seinem Leben auch seine ganze Kraft an diejenigen ab[liefert], die ihn in ihre Nähe brachten“ (vgl. Meinl & Schweiggert 1991, S. 21).

 

Im 15. Jahrhundert stellten Burschen Bäume mit bunten Bänderschmuck vor das Haus ihres Mädchens auf. Auch wurden damals an Dächern von Wirtshäusern dünne Holzstangen befestigt, an deren Spitze ein Tannenbäumchen befestigt wurde und Gesundheit und Glück bringen sollte. Nach dem 30-jährigen Krieg stellten Soldaten jeden 1. Mai als Ehrenbezeugung für ihre Vorgesetzten, Adel und hochangesehenen Bürger Maibäume auf. Im Zuge der Französischen Revolution war aus dem Brauch des Maibaums der Freiheitsbaum entstanden. Im 19. Jahrhundert entstand der Baum als Symbol für die Arbeiterschaft – zum Andenken an den Streik von 30.000 Arbeitern, die 1886 für gerechtere Arbeitsbedingungen kämpften und aus diesem Kampf zahlreiche Tote und Verletzte hervorgingen. Der Baum der Arbeit wurde 1898 zu einem Symbol des modernen Sozialismus.

Ebenso wurde der Maibaum in dieser Zeit zu einem Nationalsymbol, die Bürger zeigten damit ihren  Patriotismus.

Im 20. Jahrhundert blieb der Maibaum weiterhin Kampfsymbol der Arbeiterschaft.  Doch aus den regelmäßigen Demonstrationen am 1. Mai wurde nach und nach geselliges Beisammensein. Aus dem Propagandabaum im Dritten Reich wurde der Maibaum nach dem 2. Weltkrieg wieder zu einem Symbol des Friedens, des Wachstums, der Fruchtbarkeit, des Glücks.

 

Traditionsgemäß muss nun ein Maibaum einen grünen Wipfel haben, nur dann kann er Kraft geben. Nur ein Baum mit Kranz kann Fruchtbarkeit symbolisieren. Ebenso stehen rote Bänder für Lebenskraft. Auch wenn ein Maibaum traditionsgemäß ohne technische Hilfsmittel – nur manuell – aufgestellt werden sollte: schlimme Unfälle wie im Mai 1987 bei Kitzbühel mit zwei Toten und einigen Schwerverletzten machen eine maschinelle Unterstützung sinnvoll. Gemäß Brauchtum bleibt der Maibaum bis höchstens Ende Mai stehen.

(Alle Informationen zusammengefasst aus Quelle: Meinl & Schweiggert 1991: Der Maibaum).

 

·         Was sagt das Brauchtum und was das Gesetz – darf der Maibaum gestohlen werden?

Gemäß der Volkskultur Niederösterreich existiert keine niederösterreichische Ursprungslegende.  So kann man sagen, dass das Brauchtum rund um den Maibaum lediglich mündlich und regional überliefert wurde und wird, sodass das Brauchtum in Österreich in vielen Facetten existiert.  Recherchen zufolge wird der Umgang mit dem Maibaum und seinem Brauch tatsächlich vielerorts anders gehandhabt – insbesondere betreffend „Stehlen und Auslösen“ des Maibaumes.

Das uns überlieferte Brauchtum besagt, dass ein Maibaum in der Nacht des Aufstellens bis Mitternacht „gestohlen“ werden kann. Aus diesem Grund werden Maibäume heutzutage nach dem Aufstellen bis Mitternacht bewacht. Brauch ist es, dass nur derjenige einen Maibaum stehlen darf, der auch selbst einen Maibaum aufgestellt hat. Ein Maibaum darf nur ohne Gewaltanwendung und ohne Hilfen wie etwa Motorsäge gestohlen werden. Dabei dürfen der Maibaum,  sein Kranz,  seine Taferl nicht beschädigt werden. Der Dieb muss sich zu seinem Diebstahl bekennen, damit der Maibaum wieder ausgelöst werden kann, meist gegen Bezahlung einer Kiste Bier.

Meinl & Schweiggert (1991,  S. 73f.) fassen folgende 11 Regeln zusammen:

1.       Diebe, die innerhalb der Gemeindegrenze überrascht werden, müssen den Maibaum zurückgeben.

2.       Vereine oder Gruppen aus der eigenen Gemeinde dürfen nur einen fremden Maibaum stehlen.

3.       Es darf keine Gewalt angewendet werden.

4.       Der Maibaum darf nicht beschädigt werden.

5.       Diebesgut ist immer nur der Baum, nicht die Kränze, Taferl usw.

6.       Aufgestellte Bäume dürfen ab dem 1. Mai nicht mehr gestohlen werden.

7.       Ein Baum darf nur innerhalb der Ortsbeschilderung gestohlen werden.

8.       Der Baum darf nur heimlich gestohlen werden.

9.       Ein Maibaum muss ausgelöst werden können.

10.   Wird der Maibaum nicht ausgelöst, dürfen ihn die Diebe als ihren eigenen Maibaum aufstellen.

11.   Das Stehlen eines Maibaumes soll so gehandhabt werden, dass Polizei und Gericht nicht benötigt werden.

 

Dennoch – der Diebstahl des Maibaumes oder seines Taferls oder gar dessen Beschädigungen bleibt ein strafbares Delikt und wer sich hinreissen lässt, unter Rechtfertigung des Brauchtums den Maibaum oder Teile davon zu stehlen oder zu beschädigen, handelt am Rande der Kriminalität. Tatsächlich kann ein solches Handeln zur Anzeige gebracht werden und kann laut Gesetz eine Haftstrafe von bis zu einem halben Jahr nach sich ziehen (Quelle: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/424140/index.do)

 

·         Wer stellt einen Maibaum heutzutage auf?

Heute ist es üblich, dass regionale Vereine oder Feuerwehren in ihrem Ort einen Maibaum für die Bevölkerung aufstellen und ein Volksfest rund um diesen  Brauch feiern.

 

·         Das Maibaumumschneiden

Dies ist ebenso Tradition wie das Aufstellen, wenngleich weniger groß gefeiert. Der Baum wurde an den Meistbietenden verkauft. Meinl & Schweiggert (1991, S. 102) resümieren dazu: „Und jede Maibaumgruppe ist all jenen `Mäzenen`dankbar, die das Maibaum-Brauchtum finanziell unterstützen, gleichgültig, ob es nun die Gemeinde- oder Stadtverwaltungen sind oder Firmen, die keinerlei Gegenleistungen in Form von Werbung erwarten. Besonderer Dank wird auch all jenen privaten Gönnern gezollt, die aus Freude am Brauchtum immer wieder ihr Scherflein beitragen. Der Brauch ist es allemal wert, unterstützt zu werden. Der Maibaum ist nicht nur eine Zierde für den Ort, er gilt auch als Wahrzeichen eines gesunden Gemeinwesens.“

 

In diesem Sinne ist es der Feuerwehr Altenberg eine Ehre, alljährlich mit ihrer Bevölkerung das Maibaumaufstellen und Maibaumumschneiden zu feiern. Unser Maibaum wird jedes Jahr verlost. Wir danken all unseren Gönnern und Unterstützern!

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